Universum Weltraumlift

Nächster Halt: Weltraum

Weltraumlift

„Hey, Liftboy: einmal in die Umlaufbahn, bitte!“ Klingt verrückt? Stimmt! Aber trotzdem denken Wissenschaftler ernsthaft darüber nach, ob man einen Aufzug bauen könnte, der von der Erde bis direkt ins Weltall fährt. Ihre Idee: Eine Kabine soll an einem langen Seil von der Erdoberfläche aus in Richtung Kosmos starten.

Und woran wird das Seil oben festgemacht? Dieses Ende wollen die Forscher an einem Satelliten befestigen, der sich samt Seilbahn auf einer geostationären Umlaufbahn um unseren Planeten befände. Das bedeutet, dass die „Aufhängung“ für das Seil sich immer über dem gleichen Punkt der Erdoberfläche befindet. Ein entsprechendes Seil muss rund 36.000 Kilometer lang sein. Man braucht also ein wirklich sehr, sehr langes Kabel für den Weltraumlift! Und genau hier liegt das Problem: Die Wissenschaftler benötigen dafür ein Material, das extrem zugstark und trotzdem leicht ist.

Extrem lange Leitung

Ein konventionelles Stahlseil würde bereits bei rund fünf Kilometern Länge unter seinem eigenen Gewicht zerreißen. Den Wunderfaden, dem das nicht passieren würde, gibt es bisher leider nur in Science Fiction-Romanen. Ein möglicher Kandidat für das Seilmaterial sind „Nanoröhren“ aus Kohlenstoff. Diese Röhrchen haben einen Durchmesser von nur wenigen Nanometern (Milliardstel Meter) und sind 100 Mal robuster als Stahl. Doch die Technologie ist noch lange nicht ausgereift. Andere Wissenschaftler setzen auf Graphen, ein anderes, nicht minder hauchdünnes Kohlenstoff-Material.

Die Kabine für den Weltraumlift soll mit Elektromotoren angetrieben werden, die ihre Energie entweder von einem Laser bei der Bodenstation oder von Solarmodulen beziehen.

Gemütlich ins All

Wofür braucht man überhaupt einen solchen Super-Aufzug? Material ins All zu transportieren ist heute extrem teuer: Nutzlast, die mit Raketen oder einem Space Shuttle in den Orbit transportiert wird, schlägt mit 20.000 bis 80.000 Dollar pro Kilogramm zu Buche. Verfechter der Weltraumlift-Idee wollen diese Kosten auf 100 Dollar pro Kilogramm reduzieren.

Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg: Zwar gibt es schon ein Unternehmen, das den Weltraumlift bauen will (die „LiftPort Group“ aus den USA), aber selbst die optimistischen Amerikaner rechnen mit der ersten Fahrstuhlfahrt ins Weltall erst im Jahr 2031. Und weil die Spitzengeschwindigkeit der Kabine bei nur 200 Stundenkilometern liegt, wird der Aufstieg mindestens eine Woche dauern.